Auf Friedrichs Spuren - direkt vor der Haustür!
Manchmal passieren Dinge, die einen förmlich aus den warmen Pantoffeln kippen lassen: Der Wanderweg direkt vor unserem 350 Jahre alten Umgebindehaus ist gerade zu „Deutschlands schönstem Wanderweg 2025“ gekürt worden. Nach 18 Jahren holt sich Sachsen den Titel zurück – und wir mittendrin! Momentchen mal... Vor 18 Jahren? Malerweg? Ahh der läuft ja auch durch Krippen ;)
Der Caspar-David-Friedrich-Weg ist mehr als nur schöne Aussichten sammeln. Hier wandelt ihr auf den Spuren des großen Romantikers, der 1813 genau hier, in unserem Krippental, Zuflucht vor den Wirren der Befreiungskriege suchte. Bei seinem Freund Friedrich Gotthelf Kummer fand er Ruhe – und seine Inspiration zurück.
In seinem „Krippener Skizzenbuch“ hielt er fest, was seine Augen sahen: die schroffen Felsen der Kaiserkrone, die sanften Hügel des Wolfsbergs, die Bäume am Wegesrand. Und keine 200 Meter von unserem Haus entfernt zeichnete er die Motive für „Zwei Männer in Betrachtung des Mondes“ – ein Gedanke, der einen ehrfürchtig werden lässt beim morgendlichen Gang zum Brunnen.
Der Weg startet direkt bei uns vor der Haustür, an der neuen Caspar-David-Friedrich-Stele, die zum großen Jubiläumsjahr 2024 errichtet wurde. Ihr könnt quasi aus der Haustür stolpern und seid mittendrin. 15 Kilometer führen euch zu den Originalschauplätzen seiner Skizzen, vorbei an 12 Infotafeln, die zeigen, was Friedrich damals sah und wie daraus später seine Meisterwerke entstanden.
Die Kaiserkrone wird euch den Atem rauben – hier oben, auf diesem markanten Tafelberg, zeichnete Friedrich am 3. Juni 1813 seine „Felsige Kuppe“. Genau diese Skizze wurde später zum Fundament für den Felsen, auf dem der berühmte „Wanderer über dem Nebelmeer“ steht. Ihr steht also genau dort, wo Kunstgeschichte geschrieben wurde.
Vom Wolfsberg schweift der Blick weit über das Elbtal, und wenn früh am Morgen die Nebelschwaden durch die Täler ziehen, versteht man sofort, warum Friedrich hier seine Ruhe fand. Die Stimmung ist dieselbe wie vor 200 Jahren – nur die Wanderschuhe sind bequemer geworden.
Und dann – nach fünf Stunden Wandern auf historischen Pfaden, nach Panoramen, die einem das Herz aufgehen lassen, nach Momenten, in denen man glaubt, Friedrich selbst könnte hinter dem nächsten Felsen hervorkommen – dann kommt das Schönste: Die Haustür geht auf, die Wanderschuhe fliegen in die Ecke, und die müden Füße finden ihren Weg entweder in den heißen Badezuber auf dem Hang oder auf die warme Saunabank. Das Gefühl, wenn die Anstrengung von den Gliedern weicht und die Wärme einen einhüllt – pure Glückseligkeit!
Später, wenn die Dunkelheit das Tal umhüllt und ihr in den historischen Balken unseres Hauses zur Ruhe kommt, könnt ihr euch vorstellen, wie Friedrich selbst hier entlangwandelte. Täglich führte sein Weg an unserem Haus vorbei, täglich sah er diese Mauern, diese Fenster, diesen Garten.
Aus der Tür direkt auf Deutschlands schönsten Wanderweg – und abends die müden Füße in die Sauna oder den Badezuber. In einem Haus schlafen, an dem einer der größten deutschen Maler täglich vorbeigelaufen ist. Wenige Meter entfernt die Plätze skizzierte, die heute zur Weltkunst gehören.
So geht Urlaub in der Sächsischen Schweiz. So geht daheme sein in Krippen. Friedrich hätte seine Freude daran gehabt.
P.S.: Wer es gemütlicher mag – der Sonnenuhrenweg durchs Dorf dauert nur zwei Stunden und führt an über 30 kunstvollen Sonnenuhren vorbei. Auch schön, auch entspannt, auch Friedrich.
Wanderroute: Umgebinde 1657 - Ziegelscheune - Mittelhangweg - Hirschgrund - gelber Strich - Schöna - Hauptstraße - Bahnhofstraße - roter Punkt - Kaiserkrone - roter Punkt - Grundweg - Zigeunergrund - Neue Siedlung - Forstamtweg - Wolfsberg - Zum Wolfsberg - Reinhardtsdorf - blauer Punkt - Am Viehbigt - Malerweg - Krippenberg - grüner Punkt - Püschelweg - Steinbruch - Krippen – Bächelweg - Umgebinde 1657
Anfahrt: Rundwanderweg mit Start und Ziel direkt an der Haustür!
Schwierigkeiten: Leicht, geeignet für Hunde aber nicht für Kinderwagen. Forstwege, asphaltiert Wanderwege und Treppen
Länge: 14,5 km (Abkürzung in Schöna möglich)
Dauer: ca. 3,5 – 4h
Einkehrmöglichkeiten: Landgasthaus Ziegelscheune, Landgasthaus & Pension Zirkelstein
Ein besonderes Erlebnis für Kunstfreunde bietet der Caspar-David-Friedrich-Weg. An elf Stationen dieses Weges, der sich teilweise mit dem Verlauf des Malerwegs deckt, findet der Wanderer Informationstafeln mit der Abbildung von Landschaftsmotiven, die der Künstler von den jeweiligen Stand- bzw. Blickpunkten aus gezeichnet hat. So ist es möglich, das konkrete »Vorbild« mit der künstlerischen Umsetzung zu vergleichen.
Der Caspar-David-Friedrich-Weg beginnt direkt vor der Haustür. Wir laufen den Bächelweg in Richtung Elbe, am Erbgericht vorbei und unter der Bahntrasse hindurch. Am Spielplatz, nahe der Fähre Krippen steht die erste Infotafel. Auf dieser Tafel werden allgemeine Informationen zum Maler und zum Wanderweg dargestellt. Wir gehen weiter auf dem Elberadweg und gelangen schon bald zu den nächsten beiden Tafeln. Hier werden Friedrichs Liliensteinblick und das Steinbruchmotiv gezeigt. Nun muss man den Hang etwas hinaufklettern, um zum Mittelhangweg zu gelangen. Schon wenige Schritte weiter kann man dabei auf die kleine Bastei steigen und die Überreste der früheren Steinbrüche erkunden. Weiter geht es nun für knapp 4 Kilometer auf dem Mittelhangweg bis wir den Hirschgrund erreichen und in Richtung Schöna einbiegen.
Zwischendurch sehen wir auf dem Mittelhangweg noch 2 weitere Informationstafeln zu Caspar-David Friedrich. Gleich zu Beginn des Hirschgrundes zeigt die nächste Tafel Friedrichs Felsmotive aus dem Hirschgrund. Nun wandern wir nach Schöna hinauf und orientieren uns in Richtung Kaiserkrone. Am Fuße dieses zerklüfteten Berges steht die nächste Tafel. Sie zeigt einen Felsblock und gleichzeitig die Inspiration, die von der Sächsischen Schweiz auf Caspar-David Friedrich ausgegangen ist. Der folgende Aufstieg zur Kaiserkrone lohnt sich auf jeden Fall, denn er ist relativ angenehm und nicht so schwierig. Hat man den Aufstieg geschafft und die schöne Aussicht genossen, geht es wieder zurück in Richtung Reinhardtsdorf-Schöna. Wir durchqueren den Ortsteil Schöna und nehmen Kurs auf den Wolfsberg. Hier oben auf dem Wolfsberg hat man ebenfalls eine tolle Aussicht, die nächste Informationstafel über den Maler und die Möglichkeit, eine Rast einzulegen, entweder gastronomisch oder mit einem eigenen Picknick.
Nach dieser Pause und dem folgendem Abstieg laufen wir zurück in den Ortsteil Reinhardtsdorf. Nach dem Ende der Siedlung folgen noch 2 weitere Informationstafeln über Caspar-David Friedrich, die Baumstudien und eine Mondbetrachtung von ihm zeigen. Nun befinden wir uns bereits wieder in Krippen und fast schon wieder vor der Haustür.
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Umgebinde 1657 Berghangweg 17, 01814 Bad Schandau
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